23.10.26 –
Dießen am Ammersee - In Dießen am Ammersee besuchte Sabine Weigand die Gebäude der ehemaligen Graphischen Kunstanstalt Jos. C. Huber K.G., eines 1890 gegründeten Druckereibetriebs. Die Firmengebäude und das Wohnhaus der Eigentümerfamilie kamen 2021 über einen Nachlass in den Besitz der Marktgemeinde. Nachdem zunächst nur das Wohnhaus als Baudenkmal klassifiziert war, wurden vor wenigen Jahren auch die Druckereigebäude nachqualifiziert.
In Dießen laufen derzeit Überlegungen, was mit diesem baulichen Erbe geschehen soll. 2025 gab es dazu einen Ideenwettbewerb.
Die erste Bürgermeisterin Sandra Perzul führte Sabine Weigand sowie Sabrina Sommer und Johannes Geißler von der Task Force des Landesamts für Denkmalpflege durch die Räume.
Helle Räume für neue Nutzungen
Als besonders positiv fallen die Lichtverhältnisse auf – große Fenster bringen Tageslicht in alle Teile des Gebäudes. Die Nutzung als Druckerei ist hier im Nachhinein ablesbar. Die Bausubstanz scheint in gutem Zustand zu sein, auch wenn natürlich viel zu tun ist, egal welches Nutzungskonzept die Gemeinde verfolgen möchte.
Von Planern und Architekten wurden Sanierungskosten zwischen 15 und 20 Millionen Euro in den Raum gestellt – ein Betrag, der die Bürgermeisterin zurückschrecken lässt. „Das übersteigt die finanzielle Leistungsfähigkeit der Marktgemeinde!“
In der Diskussion stellte sich heraus, dass es bisher keine denkmalpflegerische Voruntersuchung gibt. Sabrina Sommer betonte, dass aber erst damit belastbare Kostenabschätzungen möglich seien. Die Fachleute des Landesamts prüfen dabei unterschiedliche Nutzungskonzepte und berechnen mögliche Kosten- und Sanierungsszenarien. „Zudem wird diese Voruntersuchung zu 90 Prozent gefördert“, sagte Sommer.
Simulationen von Gastro oder Kultur
Johannes Geißler konnte in Echtzeit mittels KI-Tools des Landesamts am Smartphone geschossene Fotos umarbeiten lassen in Bilder, die die sanierten Räume in unterschiedlichen Nutzungen zeigen – als Gastronomie, in kultureller Nutzung oder als Loftwohnung.
Auch Sabine Weigand empfahl, Schritt für Schritt vorzugehen. „Die denkmalpflegerische Voruntersuchung sollte auf jeden Fall gemacht werden Das ist die Grundlage für alles Weitere. Selbst wenn der Marktgemeinderat entscheidet, das Industrieensemble zu verkaufen, steigert und beschleunigt das Vorliegen dieser Untersuchung die Verkaufschancen. Ein möglicher Investor hat dann belastbare Zahlen für eine gute Entscheidung.“
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