Dr. Sabine Weigand

Mitglied des Bayerischen Landtags

Grüne Forderungen in den Haushaltsverhandlungen

Kirche im Dorf lassen, Kommunen unterstützen

19.03.26 –

München - Die Grüne Landtagsfraktion fordert mit zwei Haushaltsanträgen die Staatsregierung dazu auf, Sanierung und Umnutzung von Sakralbauten zu unterstützen.

Beide Kirchen werden nach eigener Aussage bis 2035 rund 50 Prozent ihrer Gebäude in Bayern nicht mehr halten können. Aktuell finden Gebäudekategorisierungen statt; es zeichnet sich ab, dass schon bald ein Drittel der Gotteshäuser in Bayern kein Geld mehr von den jeweiligen Landeskirchen bekommt - weder für Sanierung noch für den einfachen Erhalt. Viele Kirchengemeinden sind dadurch gezwungen, neue Nutzungen zu finden – oder einen Käufer. Hier sind die Städte und Gemeinden meist der Wunschpartner.

„Doch die Kommunen sind oft ratlos – wie sollen sie bei klammen Haushalten eine Kirchensanierung finanzieren, welche neue Nutzung macht Sinn? Der Freistaat hat die Aufgabe, sie jetzt in diesem Prozess zu unterstützen, auch finanziell. Dazu gehört es, Pilotprojekte von Kirchenumnutzungen zu fördern und sichtbar zu machen. Und dazu gehört es auch, Fördermittel für Kommunen bereitzustellen, die angekaufte Kirchen sanieren. Ohne zusätzliche Haushaltsmittel geht das nicht“, erklärt Dr. Sabine Weigand, denkmalpolitische Sprecherin der Grünen Landtagsfraktion.

Jüngst forderten während der Münchner Fachtagung „Gotteshaus, Denkmal, Kostenfaktor“ hochrangige Vertreter beider Konfessionen, dass das Thema Kirchentransformation als gesamtgesellschaftliche Aufgabe verstanden werden müsse, an der sich auch die Politik zu beteiligen habe. „Ich war als einzige Vertreterin der Politik bei der Tagung anwesend. Das spricht Bände. Hier ist noch viel Überzeugungsarbeit zu leisten“, sagt Weigand.

Rund 85 Prozent der Gotteshäuser stehen unter Denkmalschutz, was Sanierungen und Umnutzungen noch einmal vor besondere Herausforderungen stellt. Sabine Weigand: „Hier brauchen wir gute, verbindliche Leitlinien. Und diese sollten nicht nur von den Kirchen und dem Landesamt für Denkmalpflege entwickelt werden. Wenn es um sinnvolle Umnutzungsperspektiven geht, müssen wir mit allen reden, von den Hochschulen über die Architektenverbände, von den Kommunen über die Immobilienwirtschaft und auch mit bestehenden Organisationen wie Transara, die hier große Expertise haben. Nur so finden wir gute Perspektiven – für die Kirchen und für die Menschen in unseren Städten und Dörfern.“

Diese Website ist gemacht mit TYPO3 GRÜNE, einem kostenlosen TYPO3-Template für alle Gliederungen von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
TYPO3 und sein Logo sind Marken der TYPO3 Association.