Dr. Sabine Weigand

Mitglied des Bayerischen Landtags

Denkmaltour im Radom Raisting zu Gast

Faszinierende Blicke ins All

26.10.26 –

Ammersee - In der sogenannten Raistinger Wanne, der Ebene südlich des Ammersees, stehen Parabolspiegel, die als Antennen zu den Funksatelliten ins Weltall kommunizieren. Unser Ziel Radom Raisting ist die einzige Antenne, die mittels eines pilzartigen, druckluftgestützten Riesenballons gegen Witterungseinflüsse geschützt wird. 

Am Radom Raisting, der ältesten Antenne, die schon seit längerem unter Denkmalschutz steht, trafen sich Sabine Weigand und ihr Team mit René Jakob, dem Geschäftsführer der Radom Raisting GmbH, einem Tochterunternehmen des Landkreises Weilheim-Schongau. Begleitet wurden sie von Raistings 1. Bürgermeister Martin Höck, Dominik Walser (Untere Denkmalschutzbehörde), Kreisheimatpfleger Dr. Jürgen Erhard, Nicola Bolz (DLR, Deutsches Zentrum für Luft und Raumfahrt) und vier Mitgliedern des Grünen Kreisverbands.

Blick ins Weltall brachte neue Wege der Kommunikation 

René Jakob berichtete von den Anfängen des Radoms im Jahr 1960/61. Die Bundespost war sich mit ihren Partnern in Europa, den USA und Japan darin einig, dass 17 Untersee-Kabelverbindungen von Deutschland in die USA nicht mehr ausreichten. Die Raumfahrttechnik befand sich gerade in der Entwicklung und dort wurde nach einer Lösung gesucht. Bereits 1963 wurde mit dem Bau des Radoms begonnen und im Februar 1965 ging die 130 Millionen Euro teure Anlage in Betrieb. 

Über geostationäre Satelliten wurden Signale ins All geschickt und empfangen. Dies brachte die Kommunikation auf ein neues Niveau. Direkte Fernsehübertragungen wurden erstmals möglich, und auch für die Telefonie bedeutete die neue Technologie einen großen Fortschritt. Die Berichterstattung über die erste Mondlandung lief über das Radom und die Olympischen Spiele von 1972 wurde über die mittlerweile um zwei weitere Antennen erweiterte Anlage in Raisting übertragen.

Als Denkmal nachqualifiziert 

Heute sind die Technikschränke mit Kondensatoren, Widerständen und Oszilloskopen natürlich schon lange überholt. Nach der Außerdienststellung durch die Telekom stand der Abriss im Raum. Der damalige Generalkonservator des Landesamts für Denkmalpflege, Egon Johannes Greipel, sorgte jedoch für die Nachklassifizierung als Denkmal. Letztendlich erwarb der Landkreis für einen symbolischen Euro die Anlage. 

Der Betrieb kostet den Landkreis jährlich etwa 250.000 Euro, hauptsächlich fallen Ausgaben für Energie an. 

Die museale Ausstellung, häufig ergänzt durch Sonderschauen, trägt sich mit rund 8000 Besuchern selbst. Für die notwendigen Sanierungen erhält der Landkreis großzügige Förderungen vom Bund und vom Freistaat. 

Neu geplant ist ein Schülerlabor, das als gläsernes Klassenzimmer von Schulen gebucht werden kann. Nicola Bolz erläuterte, dass außerschulischer Unterricht in bayerischen Lehrplänen fest verankert ist. „Wo, wenn nicht hier, kann Interesse und Begeisterung für die MINT-Fächer geweckt werden?“ Die Technik biete spannende Einblicke in die Vergangenheit und setze gleichzeitig Impulse in Richtung Zukunft. Und der Besuch von Schulklassen bringe zusätzlich Leben in das Bau- und Industriedenkmal. Diese Perspektive begeisterte auch Sabine Weigand. „Sie haben bei mir einen Nerv getroffen. Für dieses Denkmal kann ich mir keine bessere Nutzung vorstellen. Da komme ich sehr gerne wieder.“ 

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Denkmalschutz | Grüne im Landtag

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