Schwabacher Grüne und Gisela Sengl, MdL im Gespräch mit Landwirten

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17. Jun. 2021 –

Gemeinsam haben die Schwabacher Grünen mit Unterstützung durch meine Kollegin Gisela Sengl, Sprecherin für Landwirtschaft der Grünen Fraktion im Bayerischen Landtag zum Dialog mit den Landwirten in Schwabach und dem Landkreis Roth geladen. Am Nachmittag besuchten Alt-Bürgermeister Dr. Roland Oeser, Bürgermeisterin Petra Novotni, Jutta Göbert-Kronewald, Christine Krieg, Katrin Greiner und Günther Albrecht von den Schwabacher Grünen, ebenso wie der Hilpoltsteiner Stadt- und Kreisrat Felix Erbe, der für seine Partei im September in den Bundestag einziehen will zunächst das Projekt "Am Hof" in Poppenreuth, im Anschluss den landwirtschaftlichen Betrieb der Familie Bub und ludt Abends zum Gespräch in den Biergarten ein.

1.Station: Projekt „Am Hof“ – Bauernhofkindergarten und alternative Landwirtschaft in Poppenreuth/Kammerstein.

Die Betreiberinnen Karina Hechtel, Ingrid Dullnig und Ruth Simone Stumpp stellen der Delegation ihr Projekt vor, das auf gemeinwohl-fördernde Werte aufbaut und diese mit wirtschaftlichen Zielen verbindet. Ziel ist die Revitalisierung eines Jahrhunderte alten Bauernhofes. Hier werden Gemüseanbau und soziale Projekte verbunden mit einem Bauernhofkindergarten und -hort. Im Kindergarten, der auf dem Hof in dem neu gebauten Vollholz-Gebäude untergebracht ist, können die Kinder mit allen Sinnen lernen, entdecken und forschen.

Beim Gemüseanbau setzen die Frauen auf das Market Garden System, das hohe Produktivität und Vielfalt auf kleiner Fläche ermöglicht. Ziel ist eine möglichst schonende, aber sehr regelmäßige Bodenbearbeitung ohne schwere Maschinen und die ständige Stärkung des Bodeneigenen Ökosystems.

Bei der Realisierung Ihres Projektes hatten und haben die Betreiberinnen mit etlichen bürokratischen Hürden zu kämpfen. Das liegt auch zum Teil daran, dass hier die Behörden mit den Vorschriften selbst kaum Erfahrung haben. „Ihr seid einfach zu speziell, da sind die Behörden oft unsicher, wie die Gesetze anzuwenden sind“, meinte Gisela Sengl und versprach Ihren Rat und Hilfe, falls wieder einmal Unklarheiten auftauchen.

 

2.Station: Bio-Obst Bub in Oberreichenbach

Dort empfing Günther Bub zusammen mit seiner Frau Diana und Tochter Theresa, der ehemaligen fränkische Spargelkönigin 2018/19, alle Teilnehmenden zu einem Gespräch und einer Führung über den gesamten Hof und die weitläufigen Obstplantage.Günther Bub freute sich über das große Interesse seitens der Grünen an seinem Familienbetrieb, und schilderte die dortigen Abläufe. Neben seinen 800 Hühnern und der weitläufigen Apfel- und Birnenplantage gehöre er außerdem zu den letzten 14 Tabakbauern in Bayern.

 „Natürlich sind nicht alle Äpfel und Birnen makellos und frei von Schorf, aber das liegt eben in der Natur der Sache,“ erklärt Diana Bub. „Unsere Kunden schätzen den besonderen Geschmack von Sorten, die man so kaum im Supermarktregal finden wird.“ Bei einer Blindverkostung hat sich sogar herausgestellt, dass die Äpfel mit Schorf geschmacklich besser bewertet wurden als die Äpfel ohne Schorf, so Tochter Theresa Bub. Seit 1988 baut Bub Spargel an, 2012 hat er seine ersten Bio-Obstbäume gepflanzt. Hinzu kommen auf zwei Hektar Haselnüsse, Bioerbsen und -dinkel und noch einiges mehr. Sein Betrieb sei breit aufgestellt, „um unabhängiger zu werden vom gesamten Weltmarktgeschehen“, so Bub.

Die gelernte Landschaftsgärtnerin Gisela Sengl, die zu Hause ihrem Wahlkreis Traunstein selber einen kleinen Bioland-Gemüsehof betreibt, zeigte sich beeindruckt von der großen Vielfalt am Bauernhof Bub, „und Sie scheinen das richtig gut zu machen, wenn ihre Kinder beruflich auch in diese Richtung gehen“. Zuvor hatte Bub berichtet, dass Tochter Theresa ebenso wie einer ihrer beiden Brüder Landwirtschaft studiert. „Es ist wichtig, dass die noch existierenden Höfe erhalten werden, denn schon jetzt ist die Entfremdung zwischen Verbrauchern und Erzeugern riesig, und wie sollen die Kinder diese Arbeit kennen lernen, wenn die Höfe immer weniger werden“, machte Sengl deutlich.

Nach dem schweißtreibenden Ausflug in die Bioobst-Plantage kehrte die Delegation zurück zum Hof, wo Erfrischungen und Kostproben der Erzeugnisse des Bauernhofs Bub auf sie warteten. Dort zeigte die Landwirtsfamilie ihren Gästen abschließen die Spargelsortiermaschine, den Selbstbedienungsautomaten und den Hofladen. Damit endete das Programm für den Gast aus Traunstein und die Schwabacher Grünen jedoch nicht.

3. Station: Gespräch mit Landwirten aus der Region

Am Abend hatten die Grünen hiesige Landwirte zum Gespräch in den Biergarten eingeladen. Zunächst schilderte die Sprecherin für Landwirtschaft und gelernte Landschaftsgärtnerin Gisela Sengl ihre eigenen Erfahrungen als Betreiberin eines Bioland-Gemüsehofs. Die anschließende Diskussion zeigte die Unterschiede in der landwirtschaftlichen Struktur zwischen Niederbayern und Mittelfranken auf. Die rund ein Dutzend anwesenden Landwirte aus Schwabach und dem Landkreis Roth spiegelten die kleinbäuerlichen Strukturen und die Vielfalt, die sich hierdurch in der Landschaft ergibt. Vom Spargelanbau, dem Gemüse- und Obstanbau, über den Anbau von Mais und Silvie für Biogas bis zur Milchvieh- und Geflügelhaltung war alles vertreten. Insbesondere der Spargelanbau spielt in unserer Gegend eine große Rolle. Für Diskussionen sorgte hier die Folienabdeckung. Für sie gibt es aus landwirtschaftlicher Sicht gute Gründe: weniger Pestizideinsatz erforderlich, weniger Erosion, früherer Erntezeitpunkt. Die Nutzung der Plastikfolien über mehrere Jahre hinweg spart Plastikmüll so gut es geht. Einig war man sich darin, dass die bestehenden diversifizierten bäuerlichen Strukturen erhalten werden müssen. Hierzu muss die Fusion von Betrieben zu immer größeren Einheiten gestoppt werden. Arbeit in der Landwirtschaft muss sich für die Landwirte lohnen, um den Beruf für Jüngere attraktiv zu machen. Gute Absatzmöglichkeiten, eine höhere Wertschätzung gegenüber regional erzeugten Lebensmitteln beim Verbraucher und damit verbunden auch ein angemessener Preis sind dringend notwendig. „Der Vergleich im Laden findet leider immer nur über den Preis statt, nicht über die Qualität und den wahren Wert“, bemängelt Sabine Weigand. Sengl plädiert für die Einführung eines bayerischen Gütesiegels, das dem Verbraucher garantiert, dass das Produkt auch wirklich aus Bayern kommt und auch die Futtermittel bei Tieren zumindest aus Europa stammen. „80% des Apfelsafts, der hier zu Lande konsumiert wird stammt aus China, das weiß nur keiner. Hier findet derzeit noch massive Verbrauchertäuschung statt“, so Sengl.

„Wir müssen uns auf den Weg der Ökologisierung machen“, ist sich die Sprecherin für Landwirtschaft sicher. Mit der Sicherung von divers aufgestellten Betrieben werde sowohl den Bauern geholfen als auch der Biodiversifizierung unserer Natur.

 

>> Presseartikel im Schwabacher Tagblatt am 22.6.21

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