• Prächtige Villen der Fürther Freiheit und der Hornschuchpromenade.
  • Bie beiden MdL Barbara Fuchs und Sabine Weigand lauschen den Ausführungen des stellvertretenden Stadtheimatpflegers Lothar Berthold.
  • Die Denkmalschutztour lockte eine große Gruppe Interessierter an.
  • Die Kaufhausarchitektur wirkt wie ein Fremdkörper im Ensemble des Fürther Stadtzentrums.

Denkmalschutztour Tag 7 - Fürth

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08. Aug. 2019 –

In der zweiten Woche ihrer Denkmaltour ist Dr. Sabine Weigand zu Gast in Fürth. Sie folgte damit der Einladung von Barbara Fuchs, MdL und den Fürther Grünen. Beim Rundgang durch die Altstadt, beginnend am Hauptbahnhof wurden die beiden Abgeordneten unter anderem vom stellvertretenden Stadtheimatpfleger Lothar Berthold und der aktuellen Stadtheimatpflegerin Karin Jungkunz begleitet. Die inhaltliche Leitung des Rundgangs übernahm Kamran Salimi, Grüner Stadtrat und ein Kenner der Denkmalpflege in Fürth.

Fürth ist eine Stadt mit hoher Denkmaldichte und vielen gelungenen Sanierungsbeispielen, leider auch mit gravierenden Sanierungs- und Bausünden. Die Neugestaltung des Bahnhofplatzes nach dem Abriss der Salman-Villa und der alten Post im Zuge der Neugestaltung des Bahnhofplatzes ist aus denkmalpolitischer Sicht ein Fehler gewesen. Dass immer noch Bebauungspläne aus den 60er Jahren als Leitlinien dienen, ist weder zeitgemäß noch dem Denkmal- und Klimaschutzgedanken dienlich. Besonders beeindruckt zeigte sich Sabine Weigand von den Jugendstilvillen in der Königswarterstraße. 

Großes Thema sind seit Jahrzehnten die Einkaufzentren in der Innenstadt Fürths. Insbesondere das in den letzten Jahrzehnten so glücklose City Center bereitete der Kommune viele Sorgen. Seit 2015 entstand deshalb in Steinwurfweite entfernt eine neue Shopping Mall, für das leider erneut wertvolle denkmalgeschützte Bausubstanz geopfert wurde. Dabei wurden mehrere denkmalgeschützte Gebäude – in dem u.a. ein Festsaal im Neurenaissance-Still im Jahr 1887 existierte – auf illegale Art und Weise abgerissen. Stattdessen erhielt die Innenstadt eine beliebig austauschbare Konsumarchitektur mit kurzer Halbwertzeit, wie sie tausendfach in vielen deutschen Städten wiederzufinden ist. Es stimmt Dr. Weigand traurig, dass der Abriss des Parkhotels mit seinem wunderschönen Festsaal, für den mit gutem Willen attraktive Lösungen gefunden hätten werden können, leider alternativlos blieb und erneut auf Kosten des Denkmalschutzes erfolgte. 

Auch das „Sorgenkind“ City Center wird seit jüngster Zeit wieder „revitalisiert“ auf Kosten des Denkmalschutzes, indem z.B. ein Gebäude aus dem 18. Jahrhundert für eine futuristisch anmutende Eingangssituation erneut geopfert wurde durch den Totalabriss. 

Das neu gebaute Ludwig-Erhard-Museum, ein an und für sich interessanter Bau hinsichtlich Kubatur und Bildsprache, fügt sich seit kurzem direkt an das Rathaus an und wäre als Einzelbau wesentlich wirklungsvoller gewesen. 

Den Abschluss der Denkmaltour bildete noch ein Spaziergang über den Grünen Markt und durch die Gustavstraße. Dabei wurde die Aufwertung des Grünen Marktes besonders hervorgehoben, z.B. durch die Verkehrsberuhigung des Platzes bei gleichzeitiger Sanierung der denkmalgeschützten Gebäude. Nicht unerwähnt blieb allerdings auch die sog. „Flächensanierung des Gänsbergs“, bei der in 70er und 80er Jahren ein komplettes historisches Stadtviertel in der Altstadt abgerissen wurde – für moderne Ersatzbauten. 

Dr. Weigand, denkmalschutzpolitische Sprecherin der Grünen im Landtag, resümierte nach knapp zwei Stunden Fußweg: „Sie sie zwar positiv überrascht, dass die Stadt sich innerhalb der letzten Jahrzehnte so gut im Bereich der Denkmalsanierung entwickelt hat“, mahnte aber gleichzeitig an,“ dass die selbstgewählte Bezeichnung ´Denkmalstadt Fürth` nicht nur Attribut, sondern auch Verpflichtung sein muss“. 

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