• Das Brunnenhaus ist eines der letzten Jurahäuser in Kelheim
  • Charakteristisch für Jurahäuser ist die Dachdeckung aus Kalksteinplatten
  • Das Benefiziatenhaus ist ebenfalls ein unsaniertes Jurahaus; Besonderheit ist die Altane, der Holzanbau an der Rückwand
  • Die Besuchergruppe auf dem Rundgang durch die Kelheimer Altstadt

Denkmalschutztour in Kelheim

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01. Aug. 2019 –

Dr. Sabine Weigand, Sprecherin für Denkmalschutz der Grünen Landtagsfraktion, hat im Rahmen ihrer Denkmalschutztour auf Einladung des Grünen Kreisverbands in Kelheim Station gemacht.

Nach Grußworten des Landrats Martin Neumayer und des Ersten Bürgermeisters Horst Hartmann begann ein Rundgang, den der Architekt Franz Schnidlbeck fachkundig führte. Organisiert wurde die Veranstaltung von OV-Sprecher Christian Rank. Dabei waren der 2. Bürgermeister Franz Aunkofer, die niederbayerische MdL Rosi Steinberger und die Kreisverbandsvorsitzene Dagmar Günther aus Rohr.

Die ersten beiden besichtigten Objekte, das Brunnenhaus (Donaustr. 8) und das Benefiziatenhaus(Benefiziatengasse7)sind zwei unsanierte Jurahäuser. Jurahäuser sind relativ breit und gedrungen mit gering gemeigtem Satteldach ohne Dachüberstand. Die Mauern bestehen aus Bruchstein des örtlich anstehenden Kalksteins, neuere Teile auch aus gebrannten Ziehelsteinen. Die Besonderheit ist das Dach, das mit Kalkplatten aus den Steinbrüchen der Altmühlregion gedeckt ist. Mehrere Schichten dieser Kalksteinplatten sind übereinander geschichtet. Die Massivität, ca. 150 kg pro m2, machen einen besonders tragfähigen Dachstuhl erforderlich. Das Dach ist extrem wartungsintensiv.

Das Brunnerhaus soll nach einem Eigentümerwechsel saniert werden. Das Benefiziatenhaus, Wohnstätte für Pfarrer, steht, obwohl noch voll eingerichtet, leer. Hier ist das zukünftige Schicksal noch offen.

Im dritten Objekt übernahm Walter Ried, Alte Gärtnerei Wohnbau GmbH die Führung. Das Haus wurde in Absprache mit dem Landesamt für Denkmalschutz saniert. Heute ist im Erdgeschoss eine Eisdiele und im 1. Stock ein griechisches Restaurant eingezogen. Nach Angaben von Herrn Ried war die Zusammenarbeit mit dem Landesamt konstruktiv und pragmatisch. Zum Einbau eines Aufzugs (Barrierefreiheit) und Verlagerung des Treppenhauses wurde eine Kürzung zweier Holzbalken akzeptiert.

Kritisiert wurden bei allerlei Gesprächen im Lauf der Führung die Rolle des Denkmalschutzes, insbesonders bei der Bearbeitung von Anträgen. DerZeitraum für die Bewilligung von Zuschüssen aus dem Entschädigungsfonds wird in Jahren gemessen. Nachträgliche Korrekturen der Beträge sind nicht möglich, obwohl eine Entwicklung der Baukosten nach so vielen Jahren üblich ist. Außerdem, das wurde auch hier wieder bestätigt, sind Mittel aus dem Denkmalschutz sehr gering. Viel mehr bei der Sanierung sind es Mittel aus der Städtebauförderung, Programm „Soziale Stadt“ oder Stadtumbau West, die erhebliche Summen beitragen. Private Sanierer haben darauf aber keinen oder nur geringeren Zugriff.

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