Denkmalschutztour 2020 - Schwabach

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Sabine Weigand: "Wenn alle an einem Strang in die gleiche Richtung ziehen, ist auch im Denkmalschutz viel möglich."

07. Aug. 2020 –

Ein Heimspiel hatte Sabine Weigand am Ende der Denkmalschutztour. In der Heimatstadt Schwabach besuchte sie das „Alte Finanzamt“, eine Bauwerk von 1903, der Phase des Historismus. Bauherren sind die Eheleute Diane und Alexander Summa, die selbst nicht anwesend sein konnten und von ihrem Architekten Reinhard Urbansky vertreten wurden. Weitere Begleiter waren Oberbürgermeiser Peter Reiß, Dr. Katja Müller als Gebietsreferentin des Landesamts für Denkmalpflege, Kai Maier von der Unteren Denkmalschutzbehörde und Saskia Müller als Vertreterin des Bezirks Mittelfranken.

Das als „Altes Finanzamt“ bekannte Gebäude beherbergte über eine sehr lange Periode eben das Finanzamt. In 50er Jahren kam ein Erweiterungsbau dazu, der nicht unter Denkmalschutz steht, ehe das Finanzamt in den 80erjahren in einen modernen Neubau umzog. Danach wurde es bis 2018 von der Stadt Schwabach in unterschiedlichen Funktionen genutzt, zuletzt als „Sozialrathaus“.

Architekt Urbansky schilderte den Stand der Arbeiten. Die Außenfassaden seien fertig gestellt. In den Innenräumen sind im Erdgeschoss bereits Mieter mit dem Einzug beschäftigt und im Herbst soll die Baustelle abgeschlossen sein. In das Erdgeschoss ist eine Praxis für Psychotherapie bereits am einziehen. Das 1. OG werde von einer Rechtsanwaltskanzlei bezogen und das 2. OG von einer Steuerberatung. Einen Teil des Hauses werde die Eigentümerfamilie selbst als Wohnung nutzen.

Kai Maier betonte, dass es gelungen sei, die hölzernen Kastenfenster aus der Bauzeit weiter zu verwenden. Das sei oft ein Streitthema, da Eigentümer häufig auf den Austausch der Fenster bestehen. Allerdings stehen funktionierende Kastenfenster modernen Isolierglasfenstern kaum nach. Für das Raumklima in alten Mauern seien sie sogar zu bevorzugen. Besonders positiv zu bewerten sind auch die hervorragend erhaltenen Parkettböden, so Dr. Müller. Da die Vornutzer in den Räumen Linoleum verlegt hatten, wurden die Böden besonders geschützt. Außerdem wurde das Engagement der Eigentümerin besonders gelobt. Sie verbrachte viel Zeit mit der Renovierung der Jugendstiltüren und Türstöcke, die viel vom Charakter dieses Hauses wiedergeben.

Das i-Tüpfelchen des Hauses ist ein Erkertürmchen im Dachgeschoss. Es wurden, so Kai Maier, viele Farbschichten freigelegt. Die dominierende Farbe war Grün, so dass man sich von Seiten des Denkmalschutzes auch bei dieser Renovierung dazu entschlossen habe, wieder Grün zu verwenden.

OB Peter Reiß und Sabine Weigand zeigten sich beeindruckt vom vielversprechenden Zwischenergebnis und vor allem vom guten Miteinander von Bauherren, ausführenden Firmen und Behörden. „Es ist immer ein Glücksfall“, so Sabine Weigand, „wenn ein nicht denkmalgeschützter Anbau im Spiel ist. Dort bieten sich viele Möglichkeiten, Dinge einzubauen, die in denkmalgeschützten Gebäuden nur schwer umsetzbar sind. Wenn alle an einem Strang in die gleiche Richtung ziehen, ist auch im Denkmalschutz viel möglich.“

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  • Die Hofseite mit Treppenturm - die Fassade ist fertiggestellt. Der Aufzug rechts wurde bereits früher angebaut, um den barrierefreien Zugang zu den Behörden zu ermöglichen.
  • Helle Räume, bauzeitliche Kastenfenster und verspielte Stuckelemente mit Erkern und Nischen.
  • Parkettboden und Türen aus der Bauzeit sorgen für ein unverwechselbaren Charakter.
  • Detail aus dem Türblatt.
  • Das Türmchen im Dachgeschoss erhielt einen neuen Anstrich.
  • Zum Abschluss im idyllischen Garten: Architekt Urbansky, Sabine Weigand, OB Peter Reiß und Gebietsreferentin Dr. Katja Müller (Landesamt für Denkmalpflege)

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