Denkmalschutztour 2020: Mitwitz

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21. Jul. 2020 –

In Begleitung von Tim Pargent, dem Landtagskollegen aus Oberfranken, bildete Mitwitz die zweite Station des Oberfranken-Tourabschnitts und brachte eine kontroverse Diskussion, in deren Mittelpunkt das sogenannte Zapfenhaus stand. 

Erbaut im 18. Jahrhundert befand sich das Gebäude viele Jahrzehnte in jüdischem Besitz. Davon zeugt die Mikwe im Gewölbekeller, deren Becken bis heute mit klarem Wasser gefüllt ist. 

Das Gebäude ging 1993 in den Besitz der Marktgemeinde über und steht seitdem leer. Eine denkmalpflegerische Voruntersuchung fand 2002 statt, ohne dass Maßnahmen ergriffen wurden. 2016 wurde eine 90 %ige Förderung in Aussicht gestellt, aber es erfolgte keine Antragstellung. Es ist fraglich, ob diese Förderkulisse ist der jetzt noch Geltung hat.  

Über die zukünftige Nutzung des Objekts besteht Uneinigkeit zwischen dem Freundeskreis Zapfenhaus und dem Marktgemeinderat mit dem neu gewählten Bürgermeister Oliver Plewa, der diesen Problemfall mit seiner Amtseinführung “geerbt” hat. 

Die Vertreter des Freundeskreises, Odette Eisenträger-Sarter und Alt-Landrat Dr. Köhler favorisieren eine Mehrfachnutzung: öffentlich zugängliche Mikwe mit musealem Schauraum, Einrichtung einer Bienenwerkstatt und Büroräume der Imkerschule Oberfranken sollen unter einem gemeinsamen Dach zusammengefasst werden. 

Bürgermeister Plewa kann sich für dieses Konzept nicht erwärmen, wollte jedoch keine Alternativen nennen. Ausgehend von einer geänderten Förderkulisse möchte er über das Objekt neu diskutieren. Bürgermeister Plewa betont, die Gemeinde lege Wert auf die Bewahrung und Zugänglichmachung des jüdischen Erbes. 

Sabine Weigand drängte auf ein schnelles Vorgehen, um den endgültigen Verfall des Hauses zu verhindern. Sie schlug vor, eine neue denkmalpflegerische Voruntersuchung anzustoßen, da nach 18 Jahren die alten Erkenntnisse obsolet geworden seien. „Die Mikwe braucht das Haus, um Geschichte erfassbar zu machen. Es handelt sich um ein Objekt, mit dem man das Leben des ‚Landjudentums‘ in seiner damaligen Koexistenz mit dem Christentum erlebbar machen kann.“ Am Ende einer hochemotionalen Diskussion äußert sie den Wunsch, die beiden Parteien mögen konstruktiv aufeinander zugehen. „Das Haus hat das Potential, ein Schmuckstück im Tourismuskonzept von Mitwitz zu werden.“ 

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