Denkmalschutztour 2020 - Furth im Wald

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02. Sep. 2020 –

Auf Einladung des Ortsverbands und in Begleitung meines Kollegen Jürgen Mistol erkundete ich drei Kirchen in Furth im Wald. Hier hat am 11.Juni 2018 ein massiver Hagelschlag schlimme Schäden hinterlassen. Am schlimmsten hat es die Pfarrkirche Maria Himmelfahrt getroffen, deren Dach großen Schaden erlitt. Erhöht wird die Problematik dadurch, dass die Fundamente der Krypta unter aufsteigendem Grundwasser leiden. Eine Notsicherung durch Plastikplanen wurde sofort vorgenommen. Pfarrer Karl-Heinz Seidl berichtete, dass die Schäden an den Fenstern schnell behoben werden konnten. Die Versicherung jedoch zwei Jahre für das Schadensgutachten am Dach benötigte. In dieser Zeit ist auf dem Dach nichts vorwärts gegangen. Architektin Wilnhammer ergänzte, dass eine Begutachtung des Dachstuhls ergeben habe, dass es sich in Teilen um einen doppelten Dachstuhl, also einen barocken und einen jüngeren Dachstuhl handelt, die bei dieser Gelegenheit komplett saniert werden sollten. Eine denkmalpflegerische Voruntersuchung wurde umfangreich und detailliert erstellt. Große Probleme bereitet nun die Finanzierung. Die Baulast liegt prinzipiell bei der Kirchenstiftung. Denkmalfördermittel sind in größerem Umfang nicht zu erwarten, da aus dem Entschädigungsfonds nur Pfarrkirchen mit überregionaler Bedeutung gefördert werden können. Diese ist hier jedoch nicht gegeben. Sabine Weigand empfahl eine Finanzierungsanfrage bei der Bayerische Landesstiftung. „Außerdem müsste geklärt werden, welche Gelder die Diözese bereitstellen kann“, fügte Jürgen Mistol hinzu.

Anschließend spazierten wir den kurzen Weg zur Kreuzkirche, die am Rande der Altstadt liegt und am ehemaligen Pestfriedhof erbaut wurde. Auch sie erlitt massive Hagelschäden an der Fassade im Sommer 2018, für deren Sanierungskosten die Mittel noch unsicher sind.

Als dritte Kirche besuchten wir das hübsche protestantische Kirchlein St. Zachäus das 1902 für die im Zuge im der Industrialisierung 120 zugezogenen Protestaten erbaut wurde. Die Kirche zeigt Jugendstilelemente und wurde zum Teil aus Betonfertigteilen in Natursteinoptik errichtet. Auch hier entstanden geringe Hagelschäden an den Buntglasfenstern, von denen eines wegen fehlender Dokumentation nicht mehr exakt rekonstruiert werden konnte. Die Architektin Barbara Wilnhammer berichtete von den Besonderheiten der Sanierung. Im Betonfundament musste ein Entfeuchtungsrahmen eingezogen werden, um der aufsteigenden Feuchtigkeit die Möglichkeit zum Entweichen zu geben.

Im Pfarrhaus fand am Abend eine Informationsveranstaltung unter reger Beteiligung des Publikums statt. Organisation und Moderation übernahm dankenswerterweise Stefan Zeller von den örtlichen Grünen. Sabine Weigand berichtete von ihrer Arbeit als denkmalschutzpolitische Sprecherin der Grünen Landtagsfraktion und Barbara Willnhammer ergänzte fachkundig anhand von Praxisbeispielen. Sie konnte den interessierten Anwesenden den Stand der Sanierungsarbeiten an der Katholischen Marienkirche mit all seinen Verzögerungen schildern. Trotz Corona war der Evangelische Gemeindesaal gefüllt und es konnten zahlreiche denkmalschutzrelevante Themen angesprochen werden. Neben der lokalen Problematik wurde eingehend auf die bayerischen Strukturen im Denkmalschutz und die Förderstrukturen eingegangen.

 

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  • Die katholische Marienkirche, deren Fenster und Dach stark durch Hagel beschädigt wurde. Bei einer Begutachtung im Rahmen der Schadensermittlung zeigte sich, dass es die Kirche einen Dachstuhl aus dem Barock und einen moderneren Dachstuhl hat. Beide müssen saniert werden.
  • Andrea Wilnhammer, Jürgen Mistol und Sabine Weigand beim Blick auf die Pläne der Kirche.
  • Das Banner zeigt den imensen Schaden an der Kirche.
  • Die Teilnehmenden auf ihrem Rundgang durch die Innenstadt von Furth.
  • Die Kreuzkirche oberhalb der Stadt.
  • Die Schäden durch die Wucht der Hagelkörner sind nach wie vor zu sehen.
  • Teilnehmende des Rundgangs und der Diskussion.
  • Die evangelische Zachäuskirche aus dem 20. Jahrhundert.
  • Eine Besonderheit ist der innen liegende Schmuckdachstuhl und die mit Leinen bespannten Tücher am Deckengewölbe, die den Blick nach oben begrenzen und die vermutlich zur Verbesserung der Akustik dienen.
  • Der Einladung zur Diskussionsrunde über Denkmalschutz in das Gemeindehaus der Zachäuskirche folgten zahlreiche Further.

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