Bestriebsbesichtlgung bei Dr. Kargs

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19. Jun. 2020 –

Kopfbedeckung, ein weißer Bäckerkittel und blaue Überziehhauben für die Schuhe, das war die vorgeschriebene Kleiderordnung bei der Betriebsbesichtigung beim Knäckebrothersteller Dr. Karg’s in Schwabach. Gemeinsam mit meinen Kolleginnen Barbara Fuchs, Wirtschaftspolitische Sprecherin und zuständig für mittelständische Unternehmen und unserer Sprecherin für Landwirtschaft und Ernährung Gisela Sengl habe ich das mittelfränkische Familienunternehmen in Schwabach besucht. Ursprünglich als Dorfbäckerei Karg 1950 gegründet, spezialisierte sich Dr. Karg’s vor einigen Jahren auf die Herstellung von Knäckebrot, sowohl aus konventionellen wie auch aus biologisch erzeugten Rohstoffen.

Der Firmeninhaber Dr. Klaus Karg führte uns zunächst durch die Produktionsanlagen. Die Führung begann im Lager, wo in großen Säcken Mehl, Chiasamen, Sonnenblumenkerne, feine Tomatenstückchen und anderen Rohstoffe auf ihre Verarbeitung warten – alles gekennzeichnet nach konventionell oder bio. Wir waren beeindruckt von der Möglichkeit, den Teig für das Knäckebrot über den gesamten Fertigungsprozess hinweg beobachten zu können – von den riesigen Rührschüsseln über die Teigrollen, die Schneidemesser bis hin zum Backofen. Als letzter Schritt folgten die Verpackung und der Versand zu großen Abnehmern aus dem Einzelhandel oder zu kleinen Bioläden, überwiegend in Europa, aber auch bis Saudi-Arabien und Australien. Bereits während der Führung erkundigte sich Barbara Fuchs besonders nach Arbeitnehmerkonditionen, Arbeitsbedingungen und innerbetrieblichen Strukturen.

Gefragt nach den Auswirkungen der Coronakrise auf seinen Betrieb war Dr. Karg recht gelassen. Er habe schnell reagiert und die knappen Rohstoffe in Eigenregie aus den Herkunftsländern nach Schwabach transportieren lassen. So kam es zu keinem Zeitpunkt zu Produktionsengpässen und Lieferverzögerungen. Nach einem ersten Nachfrageanstieg kam es aber auch bei ihnen zu einem Crash in der Nachfrage. Mittlerweile habe sich die Situation aber wieder auf einem ähnlichen Level wie vor der Krise eingependelt. Allerdings führte Dr. Karg einige Posten auf, die durch die Krise teurer geworden sind, beispielsweise die Transportkosten und auch der Umstand, dass wegen der Abstandsregelungen ein Drei-Schicht-Betrieb statt der üblichen zwei Schichten eingeführt werden musste. Von einem Normalbetrieb kann also noch lange nicht die Rede sein. „Wir fahren nach wie vor auf Sicht“, so Dr. Karg.

Bioregionale Rohstoffe zu beziehen gestaltet sich allerdings nach wie vor schwierig. Die immer gleiche Qualität, die Zuverlässigkeit der Lieferungen und die großen Mengen unterschiedlichster Rohstoffe erfordern einen ausreichend großen Rohstoffmarkt, der allein hier in Deutschland und auch in Europa leider nicht gedeckt werden könne, so Dr. Karg.

„Aus unserer grünen wirtschaftspolitischen Sicht geht dieser Produktionsbetrieb als in der Region verwurzelter Mittelständler mit Blick auf Nachhaltigkeit genau in die Richtung, die wir unterstützen“, fasste Barbara Fuchs ihre Erkenntnisse zusammen. Herzlichen Dank an Dr. Klaus Karg für die Offenheit und seine Zeit.

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